Archive for the 'Recht' Category

SHK bei Salans FMC SNR Denton Europe LLP für die Berliner Bibliothek gesucht!

Folgendes Angebot erreichte uns am IBI:

Wir suchen zum 1.12.2013 eine studentische Hilfskraft für unsere Berliner Bibliothek. Ihr Aufgabengebiet umfasst Hilfstätigkeiten im alltäglichen Ablauf, Loseblatt-Sammlungen nachsortieren, recherchieren, kopieren usw. Wir suchen eine Hilfskraft, gerne auch erst im 2.od. 3. Semester, die für 2 Tage pro Woche (ca. 14 h) in unserem netten Team arbeiten möchte. Der Stundenlohn beträgt 11,00 €. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung per E-Mail agneta.lullies@dentons.com oder postalisch unter Dentons LLP, Agneta Lullies, Markgrafenstr. 33, 10117 Berlin.

Jeannette Brendtner
Librarian

D +49 30 26 47 39 38
F +49 30 26 47 39 68

For and on behalf of:
Salans FMC SNR Denton Europe LLP
Markgrafenstraße 33
10117 Berlin
Germany

jeannette.brendtner@dentons.com
dentons.com

Jan-Hendrik Olbertz zum Thema HU & Promotionsrecht

Die Plagiatsaffären um Karl-Theodor zu Guttenberg und Silvana Koch-Mehrin konnten in den letzten Wochen und Monaten ja mehr als einmal ein höhnisches Grinsen auf die Lippen zaubern. Gestern erst gab die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth ihr Urteil zu den Plagiatsvorwürfen gegenüber dem Ex-Verteidigungsminister bekannt (jaaa, er hat vorsätzlich getäuscht… wer hätte es gedacht) und Koch-Mehrin trat von ihren Ämtern zurück (auch hier gibt es eigentlich wenig Grund zu Mitleid, zumal sie ja ihren Sitz im Straßburger Parlament behalten will – nur so ein halber Rücktritt also).

Heute dann ein Interview des HU-Präsidenten mit der Berliner Morgenpost, in dem er laut über mögliche Folgen dieser Skandälchen nachdenkt. Jan-Hendrik Olbertz kündigt an, dass er sich für ein verschärftes Promotionsrecht in seinem Hause einsetzen werde:

“Ich dringe darauf, dass es künftig eine Rahmenpromotionsordnung gibt, die vorschreibt, dass Abschlussarbeiten immer auch in elektronischer Form abgegeben werden. Damit wenigstens immer die Möglichkeit besteht, sie auch in Bezug auf unerlaubte Übereinstimmungen mit anderen Arbeiten zu überprüfen.”

Na, wollen wir doch mal abwarten, was daraus wird – die Mühlen mahlen ja bekanntlich langsam im Universitätsbetrieb. Diese Angelegenheit scheint der HU noch nicht mal eine Pressemeldung auf den eigenen Seiten wert.

Was unser Präsident in dem Interview nicht erwähnt, ist, wie eine solche Überprüfung eigentlich vorgenommen wird. Stichwort Plagiaterkennungssoftware. Diese ist übrigens Thema des nächsten BBKs am 17.05.2011: Plagiatserkennungssoftware: Wundermittel oder Zeitverschwendung -Prof. Dr. Debora Weber-Wulff (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin)

Vernetzungstage 2011 und IUWIS-Workshop “Urheberrecht und Repositorien”: Programm online und Registrierung offen

Die Vernetzungstage 2011 und der IUWIS-Workshop “Urheberrecht und Repositorien” finden vom 2. bis 4. März an der Universität Osnabrück statt. Auf der Tagungswebseite sind das  Tagungsprogramm und alle notwendigen Informationen nachzulesen sowie das Anmeldeformular zu finden. Wir bitten um baldmögliche Registrierung, da wir nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmerplätzen zur Verfügung stellen können.

Die Vernetzungstage 2011 werden vom DFG-Projekt „Open-Access-Netzwerk 2“ (OA-Netzwerk) in Zusammenarbeit mit Zusammenarbeit mit dem Projekt IUWIS und der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) gestaltet und an der Universität Osnabrück durch das Institut für wissenschaftliche Information Osnabrück e.V. (IWI) ausgerichtet.

Copyright, Culture, Creativity, and the Commons

Die Zeitschrift Computers and Composition hat einen Special Issue herausgebracht, der auch für unser Fach von Interesse sein sollte : Copyright, Culture, Creativity, and the
Commons
.  Zugang zum Journal gibt es unter : http://www.sciencedirect.com/science/journal/87554615

Unter anderem gibt es folgende Artikel zur Diskussion:

James M. Meese, Resistance or Negotiation: An Australian Perspective
on Copyright Law’s Cultural Agenda, pp. 167-178

Annette Vee, Carving up the Commons: How Software Patents Are
Impacting Our Digital Composition Environments, pp. 179-192

Tim Laquintano, Manufacturing Scarcity: Online Poker, Digital Writing,
and the Flow of Intellectual Property, pp. 193-201

Jennifer Lee Sano-Franchini, Intellectual Property and the Cultures of
BitTorrent Communities, pp. 202-210

Jeffrey R. Galin, Joan Latchaw, From Incentive to Stewardship: The
Shifting Discourse of Academic Publishing, pp. 211-224

Dan L. Burk, Materiality and Textuality in Digital Rights Management,
pp. 225-234

Jura mal anders erklärt

Auch so kann man Jura erklären: Ixplorer 5003 ist eine Science-Fiction-Hörspiel-Serie in der Captain Ormog auf der Suche nach irdischer Intelligenz unterwegs ist und seine Sonde ausgerechnet in einer Anwaltskanzlei auf der Erde landet. Was er da alles so über das Gesetz lernt, lässt ihn doch stellenweise an der Intelligenz dieser Wesen zweifeln. In Folge 4 wird unter anderem auf das Urheberrecht eingegangen.

Books are for use. Die NZZ betrachtet das Urheberrecht im Anschluss an die Frankfurter Tagung und wagt eine interessante These

Das angloamerikanische Copyright-Law und das kontinentale Urheberrecht unterscheiden sich massgeblich darin, dass das Copyright auf die Rechte der Verwerter abhebt, jedoch von den persönlichkeitsrechtlichen Belangen des Urhebers wenig weiss. Das Pathos der Rede vom «geistigen Eigentum», das die ideelle Beziehung zwischen Autor und Werk zu einer unveräusserlichen macht, ist dem US-Recht fremd. Dass es auch den Europäern fremder wird, daran arbeiten in Europa sowohl Internetpiraten wie auch «nutzerfreundliche» Richter, die erklären, von Diebstahl könne im Internet keine Rede sein, denn wer kopiere, nehme ja niemandem etwas weg.

Im Feuilleton der heutigen Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung erklärt Joachim Güntner im Anschluss an die Frankfurter Tagung von “Roland Reuss und seine[n] Kombattanten” [sic!] noch einmal, dass das Internet nun mal eine verschiedene Rechtsräume übergreifender Kommunikationssphäre ist. Zudem wertet er die Aussage der DFG, dass es keinen Publikationszwang gäbe, als Frucht der Proteste und hat damit in Bezug auf die Aussage selbst vielleicht sogar recht. Nur vom “Zurückrudern” der Deutschen Forschungsgemeinschaft kann man nicht wirklich sprechen, denn es lag gar kein Zwang vor. Auch nicht klar ist, ob er, wenn er etwas abwertend von “zu Copy-Shops mutierenden Bibliotheken” spricht, dies als Argument aus Frankfurt oder als allgemein wahrgenommene Entwicklung sieht.

Der wirklich interessante und bemerkenswerte Aspekt im Artikel ist aber die Vermutung, dass Google überhaupt nicht mit dem Ziel digitalisiert, in den Buchmarkt einzusteigen und es ihm mehr noch kaum um die konkreten Bücher und Buchinhalte selbst geht. Der Autor beruft sich vielmehr auf eine Aussage Auke Haagsmas von der ICOMP, mit dem er davon ausgeht, dass Google die Inhalte der Bücher als Korpus verwendet, um die Entwicklungen seiner “Semantic Web”-Funktionalitäten voranzutreiben:

Google füttere seine Server vor allem deshalb mit Weltliteratur, damit die Suchmaschine die Anfragen der Nutzer gleich übersetzen und ihnen dann Antworten aus vielen Sprachen der Welt liefern könne. Polyglott und zum komplexen Sinnverstehen fähig also soll die Maschine werden, Syntax und Semantik lernen für ihr Kerngeschäft, die Suchanfrage.

Wenn dies korrekt ist, dann würde die Bücher über Google Books ausschließlich als Bonus und Philantropie als Digitalisat angezeigt. Notwendig wäre es aber nicht und Google könnte sich entsprechend entspannt auch die Darstellung untersagen lassen, solange es nur weiter digitalisieren und all die Texte harvesten dürfte, die als Mittel zu einem höheren Zweck dienten. Was man wohl in Heidelberg zu der These sagen würde, dass die eigenen geistigen Leistungen schnöde zum Füttern einer digitalen Maschinerie dienen, der es gar nicht um die Inhalte geht, sondern darum, wie Zeichen und Zeichenketten miteinander in Beziehung stehen? Und was eine semantische Technologie wohl aus der Lyrik Paul Celans lernt? Im Resultat ständen jedenfalls noch ganz andere Celan-Provokationen.

Den Artikel der NZZ gibt es hier: Ist das Urheberrecht ein Papiertiger?

Thomas Hoeren im Videointerview

Der elektrische Reporter hat ein schönes Interview mit Thomas Hoeren zum Problemfeld Urheberrecht, zur Kulturflatrate, Creative Commons, etc. als Video im Angebot: Thomas Hoeren: “Der Kampfbegriff Geistiges Eigentum ist falsch.”

Über Widerstand, Fußabtreter und Respekt: Der Börsenverein hat nun eine eigene Urheberrechtserklärung

“Die deutschen Verleger, Buchhändler und Zwischenbuchhändler teilen die im “Heidelberger Appell” ausgedrückte ernste Sorge, dass der fortschreitende Verlust des Respekts vor geistigem Eigentum zu einer dramatischen Verschlechterung der Bedingungen für die Schöpfung und Verbreitung hochwertiger Bücher führen könnte. Sie unterstützen den Widerstand wissenschaftlicher und literarischer Autoren gegen politische Tendenzen, durch die mit dem geistigen Eigentum zugleich die Freiheit von Wissenschaft und Literatur mit den Füßen getreten wird. [...]“

Zum Ende der Buchtage 2009 erlässt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels nun auch seine eigene Resolution zum Urheberrecht und spricht sich dagegen aus, “dass Beschränkungen des Urheberrechts und fehlgeleitete Open Access-Modelle unternehmerische Initiativen ersetzen und verdrängen.” Continue reading ‘Über Widerstand, Fußabtreter und Respekt: Der Börsenverein hat nun eine eigene Urheberrechtserklärung’

O loi loi: der Piratenschutz Frankreichs ist auf Grund gelaufen

The highest constitutional body in France on Wednesday defanged the government’s plan to cut off the Internet connections of digital pirates, saying the authorities had no right to do so without obtaining court approval.

- meldet die New York Times. Das Loi Hadopi, mit dem die französische Regierung Raubkopierern den Netzzugang sperren wollte, ist also nicht nur nach Einschätzung des Conseil constitutionnel – dem französischen Verfassungsgericht – nicht verfassungskonform. Die Pressemitteilung des Gerichts findet sich hier. Christine Albanel, Ministerin für Kultur und Kommunikation, sagte, dass die Hadopi-Warnbriefe dennoch wie geplant verschickt werden. Nur auf die Abtrennung vom Netz wird verzichtet. Die Botschaft ist dann wohl “Wir wissen genau, was Du machst.” und ist eigentlich schon erschreckend genug. Allerdings wohl rechtmäßig.

Meine Presse! Hamburg bekommt jetzt auch seine Urheberrechtserklärung

Wenn es ums Urheberrecht im Internet geht, herrscht momentan große Appell- und Erklärungsfreude. Heute frisch vermeldet ist die “Hamburger Erklärung”, die nach der Hansestadt heißt, weil sie dort und von dort ansässigen Verlagen (Axel Springer AG („BILD“, WELT ONLINE), Bauer, Ganske, Gruner + Jahr, dem Spiegel-Verlag sowie dem Zeit-Verlag) unterzeichnet wurde. Gefordert wird diesmal eine Leistungsschutzrecht für die Verlage, die nach den Worten des Axel Springer-CEOs Mathias Döpfner im Raubritter- und Schurkennetz (meine Überspitzung) WWW permanent bedroht sind: Continue reading ‘Meine Presse! Hamburg bekommt jetzt auch seine Urheberrechtserklärung’

Den Stick kannst Du vergessen: das Darmstadt-Urteil ist da.

So, jetzt wissen wir’s (für’s erste):

Bibliotheken dürfen urheberrechtlich geschützte Bücher, die sie digitalisiert haben, ihren Nutzern nur an speziellen Leseterminals zugänglich machen. Mit dieser am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung des Landgerichts Frankfurt am Main wird den Bibliotheken untersagt, ihren Nutzern die Gelegenheit zur digitalen Vervielfältigung der eingescannten Bücher zu geben.

Frisch über ddp/Yahoo: Bibliotheken dürfen digitalisierte Bücher nicht an Nutzer weitergeben

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat zeitnah den Kommentar zum Urteil und sieht mit einer gewissen Erleichterung (“Studieren geht über Kopieren”) die Studierenden vor der Versuchung, in die sie die Bibliotheken führen wollten, geschützt:

Für die Studenten heißt es, dass sie – sofern sie die 22 Euro für Historiker Schulzes Werk auszugeben scheuen – tatsächlich in der Bibliothek lesen müssen und der Verführung, erst einmal zu kopieren, um später weiterzusehen, weniger ausgesetzt sind.

Über “Piraten”: Warum Verlage mit den E-Books Sorgen haben.

Until recently, publishers believed books were relatively safe from piracy because it was so labor-intensive to scan each page to convert a book to a digital file. What’s more, reading books on the computer was relatively unappealing compared with a printed version.

Now, with publishers producing more digital editions, it is potentially easier for hackers to copy files. And the growing popularity of electronic reading devices like the Kindle from Amazon or the Reader from Sony make it easier to read in digital form. Many of the unauthorized editions are uploaded as PDFs, which can be easily e-mailed to a Kindle or the Sony device.

In der New York Times liest man heute von einem wachsenden Interesse am Herauf- und Herunterladen von digitalen Buchinhalten, die vor allem eine Ursache haben: die Verfügbarkeit digitaler Ausgaben. Continue reading ‘Über “Piraten”: Warum Verlage mit den E-Books Sorgen haben.’

Ein Solitär und die Debatte ums Urheberrecht, drei aktuelle Texte zum Thema

Reuß hat zuletzt mit seinem „Heidelberger Appell“ zur Verteidigung der wissenschaftlichen Publikationsfreiheit enorme Unterstützung erfahren; auf der Berliner Tagung freilich blieb er ein Fremdkörper. Wissenschaft als das schöpferische Treiben genialer Individuen auf der unbeirrten Suche nach Wahrheit – das kann weder für den Wissensbetrieb als exemplarisch gelten, noch taugt es als Paradigma für ein Urheberrecht, das von Filmen über Unterhaltungsmusik und Literatur bis hin zu naturwissenschaftlichen Spezialaufsätzen sämtliche Erzeugnisse geistiger Schaffenskraft mit einem einheitlichen Schutz vor fremder Einwirkung versieht.

Der Rechtswissenschaftler Benjamin Lahusen hat für die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die letzte Woche im Bundesjustizministerium stattfindende Konferenz zur Zukunft des Urheberrechts zusammengefasst. Continue reading ‘Ein Solitär und die Debatte ums Urheberrecht, drei aktuelle Texte zum Thema’

Die seltsame Kraft: James Boyles Public Domain rezensiert in der ZEIT

Na das passt ja:

Richter, Politiker und Lobbyisten sähen im Netz aber eine seltsame Kraft, die es allen Menschen erlaube, zu Dieben zu werden. Die Vorteile und Chancen würden ignoriert oder unterschätzt. Stattdessen orientierte man sich an den Warnungen eines Industriezweigs, der bereits im Fernseher und Videorekorder die Apokalypse nahen sah.

In der ZEIT wird heute James Boyles “The Public Domain” rezensiert und man kann ruhig mal hineinlesen:  Schöner Leben ohne Copyrights.

Aufbau einer Informationsinfrastruktur zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft

Die DFG hat dieses Projekt “in vollem Umfang” angenommen und finanziert. Rainer Kuhlen und ich sind die Projektleiter.

Update: Zusammenfassung

Zur Unterstützung der wissenschaftlichen Gemeinschaften in Deutschland soll eine Informationsinfrastruktur zum urheberrechtlichen Wissen für Bildung und Wissenschaft (urhWiss) aufgebaut werden. Sie soll den in Bildung und Wissenschaft als Produzenten und Nutzern von Wissen Arbeitenden bzw. den ihnen zugeordneten Organisationen umfassende Informationen zu den urheberrechtlichen Problemen beim Umgang mit Wissen und Informationen aufbereiten und bereitstellen. urhWiss wird sich entsprechend getroffener Vereinbarungen mit anderen einschlägigen Initiativen und Projekten, z.B. aus dem Open-Access-Umfeld, und mit wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Experten aus dem Urheberrechtsumfeld vernetzen. urhWiss selber soll aus mehreren Komponenten bestehen: Urheberrechtliches Web-Portal für Bildung und Wissenschaft, semantisch organisierter Dokumentserver, virtuelles hypertextuelles Netzwerk zu Ressourcen bestehender urheberrechtsrelevanter Organisationen, Netzwerk von Urheberrechtsexperten, FAQ zu Themen des für Bildung und Wissenschaft einschlägigen Urheberrechts, Autorenwerkzeug zum Einbringen und Verknüpfen zentraler Argumente, kommunikative/soziale Dienste zum kollaborativen Arbeiten der beteiligten Akteure. Im Vorhaben sollen Modelle für die Finanzierung der Informationsinfrastruktur nach Ablauf der Förderung erarbeitet und Netzwerke zu potenziellen finanziellen Unterstützern aufgebaut werden.

Täter/-in Google. Und was es für die vernetzte Gesellschaft ist.

Irgendwann kann man die Beschreibung, welche das Hamburger Landgericht in Bezug auf Google liefert, sicher einmal zitieren:

“Die Kammer verkennt nicht, dass Suchmaschinen, wie sie die Beklagte erfolgreich betreibt, von essentieller Bedeutung für die Strukturierung der dezentralen Architektur des World Wide Web, für das Lokalisieren von weit verstreuten Inhalten und Wissen und damit letztlich für die Funktionsfähigkeit einer vernetzten Gesellschaft sind.”

So ist es also auf den Punkt gebracht. Angenommen die unsrige ist eine vernetzte Gesellschaft, so hängt ihre Funktionsfähigkeit von einem einzigen kommerziellen Akteur ab – nämlich Google. Das Hamburger Landgericht lässt sich dennoch nicht bremsen und wendet das Urheberrecht aus einer Gesellschaft vor dem Netz auf diese im Netz an und untersagt ihrem informationsstrukturierenden Grundpfeiler Google, bestimmte Bildinhalte in seinem Bildersuchdienst zur Verfügung zu stellen. Mehr dazu kann man in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nachlesen, die sich nebenbei aber konsequent gegen die Übernahme der feminisierenden Benennung Googles als “Täterin” durch das Gericht streubt und lieber mit dem generischen Maskulinum titelt: Der Täter heißt Google

Erstes deutsches Bibliotheksgesetz verabschiedet!

Wie Eric Steinhauer in seinem Blog und in Inetbib schreibt, hat der Thüringer Landtag das erste deutsche Bibliotheksgesetz mit den Stimmen der CDU heute verabschiedet. Bleibt die Frage, welche Bundesländer diesem Beispiel folgenden werden und wie die Umsetzung sich gestalten wird. Wir dürfen gespannt sein!

Nachzulesen unter:
http://bibliotheksrecht.blog.de/2008/07/04/thueringer-bibliotheksgesetz-verabschied-4402062

LIBREAS Podcast #6

Es ist wieder soweit: Der neue LIBREAS Podcast #6 kann ab heute ganz frisch auf den Internetseiten von LIBREAS abgehört und mitgelesen werden.

Diesmal stattete das LIBREAS-Team dem Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss (SPD) in seinem Berliner Büro “Unter den Linden” einen kurzen Besuch ab und bat ihn als Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion um einige Statements zu aktuellen Fragen wie dem Urheberrecht, Open Access und der Rolle der Bibliotheken.

Verwertungsgesellschaften, Bibliotheken und Leseförderung in “politik und kultur”

In der neuen Ausgabe von “politik und kultur”, der Zeitung des Deutschen Kulturrates, finden sich unter anderem ein Artikel von Gabriele Beger zum Abschlussbericht der Enquete-Kommission “Kultur in Deutschland” des Deutschen Bundestages als auch ein Artikel von Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen, zur Leseförderungs-Infrastruktur in Deutschland.

Wer sich für Verwertungsgesellschaften und den Umgang mit Digital Rights Management-Systemen (DRM) interessiert, kann sich auf 32 Seiten im puk-Dossier “Verwertungsgesellschaften” genauer informieren. Das Dossier ist kostenlos unter http://www.kulturrat.de/dossiers/verwertungsgesellschaften.pdf abrufbar.

Vortrag von Professor Rainer Kuhlen am Donnerstag

Wie gerade über Inetbib mitgeteilt wurde, hält Professor Rainer Kuhlen am Donnerstag, 15.11.2007, um 20 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung (Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin) einen Vortrag zum Thema: Eigentum. Eine neue Eigentumsordnung für das digitale Zeitalter?

Dabei sollen unter anderem die Fragen geklärt werden, wem Wissen im digitalen Zeitalter gehört und welchen Stellenwert Eigentum in der globalisierten Welt hat.

Interessierte sind herzlich willkommen.

Cites & Insites: Crawford at Large

Walt Crawford ist vielleicht in Deutschland nicht so bekannt wie in den USA. Sein Newsletter “Cites & Insites” ist eine Informationsquelle, die ich regelmässig lese und Ihnen empfehle.

Cites & Insites hat beide HTML und PDF Versionen.

In dieser Nummer findet man Artikel über Copyright, Indexierung, und Blogging.

Symposium zum Thema Urheberrecht in der Kinemathek

Die Deutsche Kinemathek am Potsdamer Platz führt am 13./14. September 2007 ein Symposium mit dem Titel „Im Schatten der Verwertungsinteressen. Filmarchive, Filmmuseen und das Urheberrecht“ durch.

Unter anderen wird auch Frau Dr. Beger, die vielen als Dozentin zum Thema Rechtliche Grundlagen bekannt ist, an einer Diskussion teilnehmen und eventuell einen Vortrag halten.

Die Anmmeldung erfolgt kostenlos per eMail. Weitere Informationen gibt es auf der Seite der Kinemathek unter “Aktuell” -> “Veranstaltungen 2007″

Hier der Ankündigungstext:

“Darf ein Film oder ein Foto aus einem Archiv in einer Ausstellung gezeigt werden, wenn sich nicht ermitteln lässt, wer die Nutzungsrechte daran hat oder die Rechtssituation unklar ist? Was ändert sich im Archiv- und Museumsalltag durch die Reform des Urheberrechts, und welche Rolle kommt den Verwertungsgesellschaften dabei zu?
Das Symposium widmet sich den spezifischen Rechtsproblemen in Filmarchiven, Mediatheken und Filmmuseen und beleuchtet die Auswirkung des Urheberrechts auf die praktische Arbeit im Umgang mit dem audiovisuellen Kulturerbe.
Ein Symposium der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen mit Unterstützung des Netzwerks Mediatheken und der AG Recht des Kinematheksverbundes. “

Downloadverbote international. Heute: der Campus der Kansas University

Violation of the Digital Millennium Copyright Act is against the law. If you are caught downloading copyrighted material, you will lose your ResNet privileges forever. No second notices, no excuses, no refunds. One violation and your ResNet internet access is gone for as long as you reside on campus.

Der ACRL-Blog hat diesen schönen Warnhinweis auf der Website des Campus-Netzwerkservices der University of Kansas entdeckt und überlegt nun, was dies für die Nutzung digitaler Bibliotheken bedeutet:

So don’t use those full-text library databases. Those articles are copyrighted. Sure, they’re licensed for the campus, but according to this policy, you will lose your network privileges forever. No excuses! Even though it’s not a violation of the law.

Das Urheberrecht und der dritte Korb

Zur 2./3. Lesung im Bundestag am 5.7.2007 über den Regierungsentwurf zum „Zweiten Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ ist seit gestern die elektronische Vorabversion der Beschlussempfehlung und des Berichts des Rechtsausschusses im Internet verfügbar, wie die Informationsplattform zu Open Access meldet. Wesentliche Änderungen betreffen sowohl die Einräumung von Nutzungsrechten unbekannter Nutzungsarten bei Verträgen, den elektronischen Versand von Kopien durch Bibliotheken als auch die Methode zur Bestimmung der Vergütung als Ausgleich für die Privatkopie.

Bisher war es dem Urheber nicht möglich, die ausschließlichen Nutzungsrechte auch für Nutzungsarten, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht bekannt waren, an einen Verlag zu übertragen. Dies wird sich mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ändern. Die geänderte Regelung kann nach dem Willen der Bundesregierung auch auf bereits abgeschlossene Verträge rückwirkend angewandt werden. Der Autor hat aber hierbei die Möglichkeit, innerhalb einer bestimmten Frist gegen die automatische Übertragung der Nutzungsrechte Widerruf einzulegen.

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Bundestages hat eine Entschließung verabschiedet und gefordert, dass nun möglichst rasch die Arbeiten an einem dritten Korb – einem Korb für die Belange von Bildung, Wissenschaft und Forschung in der Wissens- und Informationsgesellschaft – aufzunehmen sind. Auch das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ spricht sich für einen dritten Korb zur Novellierung des Urheberrechts aus.

Im Rahmen des dritten Korbes soll dann u.a. geprüft werden, wie das Prinzip eines freien und für die Nutzer im Regelfall kostenlosen Zugangs zu mit öffentlichen Mitteln produziertem Wissen (Open Access) auch in Deutschland im Interesse eines „Open Innovation System“ festgeschrieben und wie die Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen auch in Bildungseinrichtungen ermöglicht werden kann.

Open Source Jahrbuch 2007 verfügbar

Das Open Source Jahrbuch 2007 gibt auf fast 600 Seiten Auskunft über Themen wie grundlegende und ökonomische Betrachtungen des Open-Source-Prinzips bis hin zu Migrationsberichten wie dem des Auswärtigen Amtes. Auch technische Neuerungen und Anwendungen, Open Access sowie Open Source in der Bildung werden behandelt. Außerdem gibt es Beiträge zu rechtlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Dabei kommen kontroverse Standpunkte zur Sprache, etwa zur Vereinbarkeit von Open Access und DRM (Digital Rights Management). Literaturtipp: Open Source Jahrbuch 2007. Matthias Bärwolff, Robert A. Gehring, Bernd Lutterbeck (Hrsg.); Lehmanns Media; Berlin 2007; ISBN 978-3-86541-191-4; 24,80 Euro. Kostenfreier Download des Buches unter www.opensourcejahrbuch.de