Harte Kritik am Literacy-Konzept
Hart mit dem derzeit liebsten Kind von Bibliothekaren aller Couleur ins Gericht geht der Kultur- und Erziehungswissenschafter Detlef Gaus (Lüneburg) in der jüngsten Ausgabe von BUB. Die dauernden Verweise auf PISA sowie die immer stärkere Orientierung des Berufsstandes auf die Vermittlung von Informationskompetenz führten die Bibliotheken in eine Sackgasse, so Gaus.
Das der Entwicklung zu Grunde liegende und aus den USA kommende Literacy-Konzept trage ausschließlich neoliberalen Marktinteressen Rechung und breche mit der jahrhundertealten, auf den mündigen Bürger hin orintierten abendländischen Bildungstradition. Auch Ausrichtung und Inhalt der PISA-Tests selbst kritisiert Gaus scharf, ebenso wie das Papier “Bibliothek 2007″ (Bertlemsann Stiftung u. BDB). Vor allem Bertelsmann gehe es nur um einen möglichst raschen Umbau der Bildungssysteme (und auch der Bibliothek) im Sinne neoliberaler Positionen. Eine langanhaltende Debatte scheint vorprogrammiert. Insgesamt ein sehr lesenswerter Artikel, auch wenn man den Positionen des Autors nicht unbedingt (überall) zustimmt.
Gaus, Detlef: Bibliotheken als Bestandteil eines zukünftigen Bildungssystems. –
Pisa und die Folgen oder: Über Belastbarkeit und Hintergründe eines neuen Deutungsmusters. In: BUB 57(2005) H. 4, S. 274-283.
1 Response to “Harte Kritik am Literacy-Konzept”
[...] institution of the library with the trend of the times” [p.423] Eine solche Tendenz hat vor einigen Jahren Detlef Gaus im Bezug auf die Verwendung der PISA-Studien in deutschen bibliot… [Gaus (2005)]. Vårheim hingegen geht es nicht um Polemik, sondern um einen auffälligen Fakt. Er [...]