Weblog 1.0: Die “Bibliothek 2.0″ an der UbMUWien
Das Einrichten eines RSS Feed für News macht noch lange keine Bibliothek 2.0, der OPAC der Wiener basiert auf ALEPH und bietet auch keinen herausragenden Features, so dass der Weg zur Bibliothek 2.0 mir noch sehr sehr weit erscheint. Man sollte vorsichtig sein ein modernes Schlagwort für die eigene Bibliothek zu verwenden, wenn man das Konzept noch nicht wirklich mit Leben füllen kann. Das Interview zumindest lässt dies nicht vermuten.
Das Innovationsverhalten der Universitäts-Bibliothek der Medizinischen Universität Wien sei zwar anerkennenswert rechtfertigt jedoch die Selbstbenennung der Aktivitäten mit “Bibliothek 2.0″ noch lange nicht, meint Patrick Danowski angesichts eines Interviews mit dem dortigen Direktor Bruno Bauer in der Idea Lounge von Mark Buzinkay.
Ich selbst, der ich angesichts des Sonntagswetters nur mal überflog, was Bruno Bauer zu berichten hatte, bin ein bisschen von dieser Aussage zum dortigen Weblog irritiert:
Bei der Implementierung des neuen Instruments war uns auch ein hoher Qualitätsanspruch wichtig, was die ansprechende Aufbereitung der Meldungen durch Integration von Abbildungen betrifft; ca. 75 % unserer Mitteilungen sind illustriert.
Abbildung Pflicht? So ein wirklicher Indikator für eine hohe Qualität ist das Bebildern der Postings in meinen Augen nicht, obschon sich die UbMUW unbestritten und fast zu viel Mühe gibt. So kann man sich vorstellen, dass sich manch ein Leser wünscht, man würde angesichts der manchmal nicht so mitreißenden Inhaltsqualität ein paar Fotos einfach nur flickern und verlinken und dafür mehr Zeit in die Texte (z.B. diesen inhaltlich eher dünn gestrickten Bericht) stecken.
Insofern ist Patrick zuzustimmen, dass das Weblog in dieser Anwendung hauptsächlich ein dynamisches Informations- und PR-Produkt und weniger eine benutzer- oder gar communitybezogene Verwendung “Sozialer Software” bedeutet. Das muss es auch nicht und auch Taglines wie Gecoachtes Searching sind völlig legitim – aber als stockkonservativer Bibliothek 2.0-Betrachter hat man schon ein bisschen den Eindruck, dass hier die Verpackung einen Tick zu sehr überbewertet wird. Wenn die Nutzer der UbMUW so etwas mögen, ist das natürlich schön und Bruno Bauer macht dann alles ganz richtig. Persönlich würde ich, der letzten Freitag um 16:30 vor der verschlossenen Tür der Zweigbibliothek Germanistik der HU stand, solche Informationen mehr in den Mittelpunkt rücken, als einen bunten Infoblock auf der Website:
Wir finanzieren für unsern Studentenlesesaal einen externen Wachdienst, sodass er auch an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen, täglich von 9.00 bis 24.00 Uhr, geöffnet ist …
0 Responses to “Weblog 1.0: Die “Bibliothek 2.0″ an der UbMUWien”