Die “Silver Blogger”, Hochbetagte und das Web 2.0 in der NZZ
An ihrem 95. Geburtstag eröffnete die 1911 geborene Spanierin Maria Amelia ihr Weblog «A mis 95 años». Das Geschenk ihres Enkels machte sie an jenem 23. Dezember 2006 zur ältesten Bloggerin der Welt. Die Resonanz war überwältigend. Erwartet hatte sie ein, zwei Leser in ihrem Alter, erzählte sie Journalisten. Stattdessen wurde sie von Rückmeldungen aus der ganzen Welt überhäuft. Binnen kürzester Zeit avancierte sie mit ihren Aufzeichnungen in der spanischsprachigen Welt zum Internet-Star.
Die Neue Zürcher Zeitung hat einen interessanten Beitrag über die Senioren-Blogosphäre, wobei sie unvermeidlicherweise z.B. auf die 108jährige “Blogebrity” Olive Riley (Eigentlich sind es mehr Gespräche mit ihr, die gebloggt werden.) hinweist. Ein nächster Trend im Web 2.0 wäre also ausgemacht: Das Verfassen von Lebenserinnerungen, die in Weblogs, anders als z.B. in entsprechenden Büchern, durchaus fragementarisch und mit akutellen Inhalten verwoben daherkommen dürfen. Für Medientheoretiker, die sich mit Erinnerungskulturen befassen, ergibt sich hier zukünftig ein wunderbares Forschungsfeld, dass man vielleicht schon jetzt zu dokumentieren beginnen sollte. Ein weiteres zu analysierendees Phänomen ist natürlich der obligatorische massenmediale Hype, der sich um solche Entwicklungen naturgemäß entspinnt und die Bloginhalte z.T. etwas selbstreferentiell werden lässt.
Online-Tagebuchschreiber ohne Altersgrenzen
P.S. Vor ein paar Jahren reichte es übrigens schon, älter und Internetnutzer zu sein, um ins Fernsehen zu kommen.
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