Archive for the 'Trivia' Category
12:40 - Dienstag, 26. April 2011:
Alexander Struck
Die Leute bei ThinkGeek haben Produkte fuer (fast) alle Beduerfnisse. Heute moechte ich mal auf das DIY Library Kit hinweisen:
Are people always asking to borrow books from your awesome library? Do you find that those same people often keep those books a lot longer than you’d like?
Make people sign out the books they borrow.
Grants you the power of shushing.
17:44 - Freitag, 25. März 2011:
Alexander Struck
Hier hat sich mal jemand Gedanken zur Zukunft der Buecher gemacht.
Novelists will start out designing their characters in the form of sets of vinyl figurines. If these generate enough buzz, fans will produce the actual novel collaboratively as a wiki. [...] You will also be able to fine-tune details of how the characters are digitally rendered, fire at them, and (when imperative) indulge in cybersex with them. If a novelist is posthumously discovered, his or her vinyl figurines may wind up as collector’s items.
“Feeding” your favorite authors by buying their books will make their online avatars grow less pale and grouchy. If they starve to death on your watch you will lose social networking points.
(via crackajack.de)
14:01 - Donnerstag, 24. März 2011:
Kristin
Gestern bei Boing Boing:

Am besten immer in der Tasche haben.
10:38 - Montag, 3. Januar 2011:
Alexander Struck
Die ersten Conference Recordings sind online. Und das war dieses Jahr Programm.
10:55 - Mittwoch, 19. Mai 2010:
Alexander Struck
Danke fuer dieses Video
(via NerdCore)
15:20 - Mittwoch, 6. Januar 2010:
Karsten Schuldt
Mittwoch Nachmittag, Berlin, Neukölln
Mutter: Junge, was machst du? Musst du nicht Hausaufgaben machen? Du weißt doch, Bildung ist immer gut.
Junge: Mama, ja. Ich gehe in die Bibliothek. Ich bring dir auch ein Geschenk mit.
Mutter: Ah, dass ist ein guter Junge, wie aus einem Mafiafilm. Geht in die Welt, macht was aus sich und denkt immer an seine Mama und bringt ihr Geschenke aus der Bibliothek mit … WAIT WHAT?


[Kein Witz. Und es gibt auch wirklich Bücher und Broschüren dort.]
7:54 - Mittwoch, 6. Januar 2010:
Alexander Struck
Ab dieser Temperatur wird’s wieder warm in der Stube. Wenn man sonst nichts zum Heizen hat, weil der Gaspreis mal eben um 40 % gestiegen ist.
books make ideal slow-burning fuel for fires and stoves
IMDB
12:21 - Dienstag, 17. November 2009:
Ben
Gerade einen Steinwurf zugleich vom Berliner Bebelplatz und vom Collegium Hungaricum entfernt und in einem Institut für Bibliothekswissenschaft sitzend, staunt man doch sehr, wenn man in der WELT lesen muss, was Paul Lendvai aus der ungarischen Zeitung Magyar Demokrata über dort geäußerte Pläne zum Umgang mit Bibliotheksgut paraphrasiert:
“Dieser Tage rief das Wochenblatt “Magyar Demokrata” (Ungarischer Demokrat) zur “Errichtung einer Kulturpolizei auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos auf”. Diese sollen die Bücher “linksliberaler Landesverräter” (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen. “Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten”, forderte der Redakteur des Blattes und rief “zum Kampf, zum heiligen Krieg” auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und – mit der Ausnahme Esterhazys – jüdischen Autoren als eine “witzige Betrachtung” hinzustellen.”
Gemeint ist wohl diese Glosse von Ádám Pozsonyi, zu der es an anderer Stelle eine Übersetzung ins Deutsche gibt. Liest man diesen Volltext, hat man aus der Warte eines durchschnittlich vernunftbegabten Wesens nennenswert Probleme, den schmalen Artikel ernster zu nehmen, als man es gemeinhin in Deutschland mit Beiträgen in der Titanic tut. Drastisch geschmacklos eben. Leider reichen die mir greifbaren Kenntnisse des Ungarischen nicht aus, um den Originaltext im richtigen Kontext und zwischen den Zeilen zu lesen. Sollte er sich aber nicht als etwas abgeschmackte Satire auf bestimmte geistesfeindliche Tendenzen (oft Hand in Hand mit einem albernen Zerrbild von Nationalgefühl zu beobachten) in der ungarischen Gesellschaft herausstellen, sondern irgendwo einen ernsten Kern besitzen, muss dem Betrachter der Entwicklung in dem an sich sehr sympathischen Land womöglich tatsächlich angst und bange werden.
Für den ruhigen Arbeitstag in Mitteleuropa ist es vermutlich die beste Lösung, den Einfall einer bibliotheksplündernden Kulturpolizei in einem EU-Partnerstaat als Schnapsidee zur Auslotung der Meinungsfreiheit zu lesen, die ihre Originalität daraus zu ziehen versucht, dass sie sich die anderer einzugrenzen versucht. Neu ist so etwas nun wirklich nicht. Peinlich schon. Allerdings dürften spätestens die ungarischen Bibliotheken solcher Tollheit einen Riegel vorschieben, in dem sie allen, die sich ob mit Pfeil, Kreuz oder beidem ausgezeichnet handgreiflich in ihrer Bestandsverwaltung einmischen wollen, ein schlichtes Hausverbot aussprechen.
21:01 - Samstag, 10. Oktober 2009:
Elke
Bevor am Montag das Semester beginnt, habe ich heute noch eine letzte Ferienerinnerung. Dieses freundliche Begrüßungsschild hängt am Eingang einer kleinen Bibliothek in Venedig. Offensichtlicht zieht die Bibliothek mehr Besucher (bzw. andere “Besucher”) an, als man gerne in der Bibliothek hätte.
16:36 - Samstag, 22. August 2009:
Karsten Schuldt
Bisher hielt ich ja die Idee, dass man ausgerechnet in der Bibliothek flirten würde für eine Urban Legend. Aber heute tauchte folgende Anzeige in Berlin-Neukölln auf…

Love at the ZLB?
Nun ja, es war immerhin in der Vorhalle, also kann ich meine Vorbehalte aufrechterhalten. Immerhin.
13:46 - Donnerstag, 30. Juli 2009:
Ben
Die Internetwache Brandenburg informiert uns gerade, dass die Zunft der Raubdrucker auch im digitalen Zeitalter noch nicht ausgestorben ist. Allerdings bedienen sich die Festland-Piraten der Errungenschaften des DTP und der Vertriebswege des WWW. Weiteres steht in dieser Polizeimeldung aus Cottbus: Durchsuchungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Urheberrecht u.a..
17:52 - Mittwoch, 29. Juli 2009:
Ben
“And now I hate them because they kicked me out.”
Stephen Colbert präsentiert in seiner Colbert Nation die traurige Geschichte eines kleinen Junge, der auf einer Summer Reading Party einer öffentlichen Bibliothek in Nazareth, Pennsylvania mit mit einer Tröte marschierte und damit fotografiert in die lokale Zeitung kam. Leider wohnt er aber im Nachbarort Tatamy, das einem anderen Verwaltungsbezirk angehört und daher die Memorial Library of Nazareth and Vincinity nicht unterstützt. Aus diesem Grund wurde ihm die Benutzung der Bibliothek umgehend untersagt. “It can be very very confusing.” In der Tat. Und für Colbert Nation ist diese Bibliotheksgeschichte aus Schilda, Pennsylvania natürlich ein willkommenes Thema.
17:12 - Montag, 13. Juli 2009:
Ben
Another Book Is Added to Our Collections: Facebook,
meldete der Blog der Library of Congress letzte Woche und seitdem hat die Bibliothek auf ihrer Facebook-Präsenz schon 1500 Anhänger zusammengesammelt und damit nennenswert mehr Fans als LIBREAS Facebook-Freunde.
23:19 - Dienstag, 7. Juli 2009:
Elke
Für Fans des Musicals West Side Story und alle Web-Fans: Web Site Story
“Pandora, Pandora, I just found a site called Pandora”
17:28 - Donnerstag, 11. Juni 2009:
Ben
Wer ein Fernsehgerät sein eigen nennt und auf diesem den Mitteldeutschen Rundfunk empfängt und sich obendrein für die Urheberrechtsdebatte und den Heidelberger Appell interessiert, sollte heute abend um 22:05 vielleicht in die Sendung artour hineinschalten. Dort heißt es nämlich: Deutsche Dichter gegen Google – Es geht um Urheberrechte.
P.S.
Für alle, die lieber (online) Zeitung lesen, bietet die Financial Times Deutschland eine Pro- und Kontra-Gegenüberstellung zu den Google-Aktivitäten: Das freundliche Monster Google.
15:42 - Donnerstag, 11. Juni 2009:
Elke
Bei meiner Forschung bin ich gerade auf dieses nette Zitat von 1985 (!) gestoßen. Da wir inzwischen Online-Datenbanken haben, kann das nur Mut machen.
“… wenn es aber darum geht, endlich selber aktiv zu werden, liefern die schlechte Haushaltslage, fehlendes Fachpersonal und anderes bequeme Gründe, in der alten Lethargie zu verharren.”
Renate Mackay: Einsatzmöglichkeiten von Online-Datenbanken in Öffentlichen Bibliotheken. In: BuB 37 (1985)1, S. 31-35
11:44 - Mittwoch, 27. Mai 2009:
Ben
Aus aktuellem Anlass (zwei solche Nachrichten sind bei mir bereits eingegangen) sei für die Facebook-affinen unter uns darauf hingewiesen, dass sich die beliebte Sozialplattform momentan akut mit Spam- bzw. Phishing-Attacken herumplagen muss und entsprechend Vorsicht geboten ist, wenn einem ein guter Freund “Check this out” o.ä. mit einer Art URL schickt.
Was tatsächlich geschieht, wenn man der Adresse nachgeht, habe ich nicht ausprobiert. Wohl aber weiß ich, dass diese Meldung nicht zu dem gehört, was mir aus meinem Facebook-Bekanntkreis normalerweise zugesandt wird und ignoriere sie daher. Mehr zum Thema z.B. bei USA Today: Phishing attack spreads through Facebook
2:22 - Samstag, 9. Mai 2009:
Karsten Schuldt
Die Rückseite der Interim zum 01. Mai 2009, gerade am Tresen eines Kreuzberger Cafes gefunden.

Interim Mai 2009
Ich hab gelacht. Wer den Witz sieht, darf mitlachen.
Ansonsten zur Erklärung der Verweis auf Wikipedia, eine Geschichte über die Arbeit unserer Bundespolizei, in der die Interim vorkommt, und dem Verfassungsschutzbericht 2007.
20:31 - Freitag, 8. Mai 2009:
Ben
Reuß’ Kritik beschränkt sich aber nicht nur auf das “Open Access”-Verfahren, bei dem er die “transformierte DDR im Publikationssektor” durchschimmern sieht.
Sollte wirklich stimmen, was heise.de über Roland Reuß und seine Gleichnisfindung berichtet, dann muss man langsam glauben, er sei völlig aus dem Plan geraten. Ernsthaft eingehen kann auf solche Vergleiche jedenfalls nicht mehr. Dabei zeigt er an anderer Stelle nicht unbedingt übermäßig Fantasie:
” Kein Verlag werde etwas drucken, wenn es spätestens sechs Monate später kostenlos im Netz legal verfügbar sei.”
Wir kennen schon mal einen, sogar mittelständischen, der ein Buch sogar zeitgleich frei zur Verfügung stellte, das einen Amazon-Verkaufsrang hat, der für ein derart spezielles Produkt nicht ungewöhnlich ist und auch ansonsten gut lief. Vielleicht war das eine Eintagsfliege, aber es ist ein Gegenbeispiel, das die Angabe “kein Verlag” falsifiziert. Statt den Blockadekurs zu fahren, wäre es eventuell perspektivisch angemessener, die intellektuelle Energie in Hinblick auf eine Anpassung der Geschäftsmodelle an die Rahmenbedingungen einer hybriden Publikationskultur (Print und Digital) zu investieren.
Ob Roland Reuß irgendwann noch die Kurve zum Dialog bekommt, bleibt eine spannende Frage am äußeren Rand der Debatte. Da der Gesamtwortlaut seines Redebeitrags nicht vorliegt, versteht man ihn vielleicht aber auch falsch und er meint gar nicht einen NÖSPL-Versuch oder vermutlich eher noch eine Honecker’sche Wirtschaft, sondern sieht vielmehr eine “Friedliche Revolution” aufziehen, die die Mauer zwischen den beiden Lagern durchlöchert. Die “transformierte DDR” war immerhin die der Nachwende, die des Runden Tisches, die, in der man versuchte, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten, die Gegenwart aktiv zu gestalten und Gesellschaft noch einmal ganz anders zu denken. Das ist natürlich gescheitert und die nicht durchgängig brillante Lösung war, wieder auf ein bewährtes Pferd zu setzen. Sollte Roland Reuß diese Tiefe in seinem Bild mitgedacht haben, dann nehme ich alles zurück und ziehe meinen Hut.
17:24 - Samstag, 25. April 2009:
Ben
The practice of judging people by the covers of their books is old and time-honored. And the Kindle, which looks kind of like a giant white calculator, is the technology equivalent of a plain brown wrapper. If people jettison their book collections or stop buying new volumes, it will grow increasingly hard to form snap opinions about them by wandering casually into their living rooms.
Ähnlich problematisch erweist sich zukünftig die Kontaktanbahnung mit lässigen Eisbrecher-Sprüchen wie: “Wie ist denn das Buch?” auf der Liegewiese im Stadtpark, die Demonstration von intellektuellem Status durch den Ulysses unterm Arm auf dem Weg ins Büro (Nicholson Baker) sowie die virale Verbreitung von Buchtiteln, der man als Buchkäufer und Nahverkehrsnutzer anheimfällt, wenn man in der S-Bahn sieht, was die Mitreisenden lesen und neugierig wird. Kurz: Der Ausweis, den Cover und Titel des individuellen Buches in den Raum transportieren, wird durch den Einsatz gleichmacherischer Handgeräte, denen man bestenfalls mit den Fertigkeiten japanischer Handy-Gestaltungskultur eine individuelle Note verpassen kann, eingezogen. Wer Kindle liest, kann alles lesen. Die New York Times fragt deshalb zurecht Is a Book still a Book on Kindle?.
Man kann sich fast sicher sein, dass in die Marktlücke zum Thema reihenweise Kindle-Aufkleber regnen, die Sprüche wie: “Proust only!” tragen. Spätestens die übernächste Kindle-Generation sollte das Problem dann lösen, in dem der kleine weiße Leseziegel mit einer dynamischen Titelanzeige auf der Rückseite sowie am Geräterand ausgestattet daherkommt. Im Wohnzimmerregal vermag dies zwar noch immer nicht zu überzeugen. Im ÖPNV aber vermutlich schon.
20:38 - Dienstag, 10. März 2009:
Ben
Die noch nicht ganz so erfolgreiche und für deutschsprachige Suchresultate erfahrungsgemäß noch nicht wirklich geeignete Suchmaschine hakia.com setzt, wie ich gerade erfreut sehen konnte, auf das quellen- und qualitätsbewusste Auge von Bibliotheken:

Ob man damit Marktanteile erobert, kann ich nicht einschätzen. Aber es ist doch ein Hinweis darauf, welche Wertschätzung der Berufsstand in den USA erfährt. Schade, dass das Produkt dahinter noch zu sehr im BETA-Stadium ist, um für den Alltagsgebrauch wirklich praktikabel zu sein.
18:52 - Mittwoch, 4. März 2009:
Ben
Heute: “Enjoy your Life”
1. Durchstöbern Sie die »Humor«-Abteilung Ihrer örtlichen Buchhandlung. (Buchhandlungen sind in diesem Fall besser geeignet als Büchereien, weil nur wenige, wirklich alberne Bücher als wertvoll genug erachtet werden, um in literarische Sammlungen aufgenommen zu werden.)
(Beck, Martha: Enjoy your life. Zehn kleine Schritte zum Glück. Frankfurt/Main: Campus, 2004. S. 182)
Im Jubiläumsjahr stellt man immerhin beruhigt fest, dass die Berliner Bibliotheken allein “Das große Heinz Erhardt Buch” um die 50 Mal in ihrem Bestand nachweisen. Aus dem üppigen Schaffen Gary Larsons gibt es immerhin um die 60 Titel. Durchs Sieb der Qualitätskontrolle ist dagegen Joscha Sauer mit seinem – oft in der Tat – “Nichtlustig” gefallen, denn man findet ihn gerade einmal vier traurige Male in Berliner Bibliotheksregalen. Die größeren Buchhandelsketten dürften ihn dagegen komplett führen. 1:0 für Martha Beck.
0:10 - Mittwoch, 25. Februar 2009:
Ben
I can still remember the excitement I felt as a kid when the bookmobile came to our neighborhood.
Neben der allseits gerühmten, gerüchteten und befürchteten Abschaffung des professionellen Journalismus übernimmt die Blogosphäre mitunter und tatsächlich eine weitaus zweckmäßigere Funktion: Sie erweist sich als eine wunderbare Plattform für alle möglichen Formen der Erinnerungskultur. So sammelt Chuck Whiting in einem kleinen Text in seinem sehr schönen Weblog Bibliophemera einiges über das Phänomen der Fahrbibliotheken zusammen: Bookmobiles und speist sein Material gleichzeitig in den allgemeinen und binär-codierten Erinnerungspool genannt WWW ein.
13:12 - Dienstag, 24. Februar 2009:
Ben
Deutschlandradio Kultur zelebriert heute die allgemeine Andeutung und meldet im besten Stil einer Schülerzeitung:
Gleichberechtigung ist den Skandinaviern sehr wichtig. Die Stadtbibliothek in Helsinki will deshalb einen Plan entwickeln, damit auch mehr Männer in die Bücherausleihe kommen. Eine Umfrage hatte ergeben, dass finnische Bibliotheken vor allem von Frauen genutzt werden. Die Bibliothekare haben seitdem die Sorge, dass sie ihr Angebot zu einseitig auf Frauen ausrichten.
Aber immerhin weist die “Kulturnachricht” mit dem Titel Finnische Bibliotheken woll [sic!] attraktiver für Männer werden auf ein Thema hin, das immer mal wieder eher als Kuriosum durch den ÖB-Diskurs wabert: Der Durchschnittsmann als solcher verbringt seine Zeit eher selten in Bibliotheken.
Die Gründe dafür sind potentiell vielfältig: So kann man sich vorstellen, dass bei vollerwerbstätigen Männer nach 12 Stunden Büro andere Bedürfnisse gewichtiger sind. Oder, dass Bibliotheken zu selten die Champions League übertragen (bzw. für Finnland die Superpesis-Serie). Es ist schon richtig: Die Bibliothek, die sich anschickt, für alle da zu sein, muss auch diese Bevölkerungsgruppe ins Visier nehmen. Andererseits wundert man sich, dass angesichts des Frauenüberschusses in den Bibliotheken letztere nicht gerade deswegen ungemein attraktiv für – wenigstens Single- – Männer sind. Was ist nun eigentlich mit dem Thema Bibliotheksflirt? Immerhin liest man bei Jonas Fansa, die Bibliothek sei “für Schüchterne der beste Flirtort” (Fansa, Jonas: Bibliotheksflirt. Bad Honef: 2008, S.57) Vielleicht liegt das Imageproblem gerade an diesem Punkt: Die Draufgängergesellschaft produziert zuviel Selbstbewusstsein, so dass man als Mann des Hier und Jetzt gerade nicht in der Bücherecke bei den Nerds und Losern stehen möchte, die sich auf ihre Chance zum Anbandeln wartend zwischen den Regalen reihen und nebenbei aus Verlegenheit die verlorene Zeit zum fünften Mal durcharbeiten. Insofern kann man der Stadtbibliothek Helsinki nur den Tipp geben, in ihren Plan die gezielte gesellschaftliche Einschüchterung einer größeren Zahl von Männern aufzunehmen. Und vom Deutschlandradio Kultur wünschen wir uns eine etwas konkretere Ausführung des berühmten “Wer, was, wann, wie, warum”. Denn Stadtbibliothek Helsinki, Männer an die Ausleihtheke, irgendwann, mit einem Plan, Gleichberechtigung ist schon sehr diffus gehalten.